GENUSS und GEWÄCHS - IM SEELENGARTEN
Acryl auf Leinwand mit UV-Leuchteffekt | 2025–2026
In GENUSS UND GEWÄCHS treffen üppige Natur, kulinarische Fantasie und das stille Eigenleben der Pflanzenwelt aufeinander. Die Serie widmet sich dem Moment, in dem Wachstum nicht nur beobachtet, sondern beinahe geschmeckt werden kann: reife Beeren, wuchernde Gurkenranken, rauchigeFelder, schattige Eichenwelten und hybride Wesen zwischen Mensch, Pflanze und Mythos verschmelzen zu farbintensiven Bildräumen.
Die Arbeiten bewegen sich zwischen Stillleben, Märchenlandschaft und ökologischem Gedankenraum.
Was zunächst appetitlich, verspielt oder humorvoll erscheint, öffnet bei genauerem Hinsehen eine zweite Ebene: Pflanzen sind hier nicht bloße Kulisse, sondern eigensinnige Akteure. Sie wachsen, locken, überwuchern, nähren und verwandeln. Genuss wird dabei nicht als reiner Konsum verstanden, sondern als Beziehung — zwischen Mensch und Natur, Körper und Landschaft, Hunger und Verantwortung.
Wie in der Serie FOODWEB arbeite ich auch hier mit UV-aktiven Pigmenten, die im Schwarzlicht verborgene Strukturen sichtbar machen. Das Licht enthüllt eine zusätzliche, fast magische Dimension: Fruchtkörper beginnen zu glimmen, Blätteradern treten hervor, unsichtbare Energien durchziehen die Kompositionen. Die Bilder verändern ihre Stimmung je nach Beleuchtung und erzählen davon, dass unter der sichtbaren Oberfläche immer noch eine zweite Wirklichkeit pulsiert.
Die kleineren Werke im Format 40 × 40 cm wirken wie einzelne Fenster in verschiedene Gewächswelten: mal üppig und feierlich, mal dunkel, rauchig oder geheimnisvoll. Die größeren Arbeiten „Wald“ und „Wüste“ erweitern diesen Kosmos räumlich durch Modellage-Elemente. Strukturen wachsen aus der Leinwand heraus, Oberflächen werden greifbar, und das Bild nähert sich dem Objekt. So entsteht ein Übergang zwischen Malerei und Relief, zwischen Betrachtung und körperlicher Präsenz.
GENUSS UND GEWÄCHS feiert die Sinnlichkeit der Natur, ohne ihre Ambivalenz auszublenden. Alles, was nährt, kann auch überwuchern. Alles, was schön ist, ist Teil eines Kreislaufs. Die Serie lädt dazu ein, mit den Augen zu kosten, mit Humor zu entdecken und sich von einer Welt verführen zu lassen. Dabei spielen Wald und Wüste bewusst auf den philosophischen Seelengarten an, der gepflegt sein will und entdeckt. So finden wir nach einer Durststrecke und innerer Einkehr zu uns selbst zurück - on a Horse with no name - und beginnen neues zu pflanzen.